Über Helme Heine

Über Helme Heine

Helme from Down Under ...

Hallo Freunde,

meine Ausstellung "Neuseeland", die voraussichtlich im Oktober 2018 im Museum Fünf Kontinente (ehemals Völkerkundemuseum) in München eröffnet werden soll,  wächst langsam, aber stetig.
Es ist seltsam, wenn ich ein Thema umspiele, entdecke ich zuerst die Realität. Im frühen Stadium sehe ich die Welt wie durch eine Fotolinse, wähle die Entfernung, die Tiefen-schärfe, den Hintergrund, die Belichtung, um mich danach zu fragen, warum habe ich meine Zeit verschwendet, zwei, drei Tage daran gearbeitet, kostbare Farbe und Leinwände verbraucht? Als Foto sähe es besser aus mit weniger Aufwand.





Wenn Kiki dann auf ihrem Weg zum Gemüsegarten hereinschaut, um sich kundig zu machen, was ihr treuer Ehegatte den lieben langen Tag so treibt, wird es spannend. Ihre Kritiken sind kurz, aber prägnant. Ein kurzes, langgezogenes  "Jaaaa...", mit einem fragenden Unterton, lässt mich zusammenzucken und veranlasst mich, über eine Verbesserung meines Kunstwerks nachzudenken.  Bei Kikis nächsten Besuch erhoffe ich eine Steigerung, eine wohlwollende kritische Akzeptanz, ein hanseatisches "Hallelujaah...". Ausgesprochen hört sich das so an: "Besser....".






Jetzt mache ich schnell Schluss, mein Studio wartet auf mich...

Herzliche Grüße von down under
Euer Helme




   


Dann fluche ich laut, trinke ein, zwei Bier oder eine Flasche Wein, gehe grummelnd zu Bett, zweifle am eigenen Vermögen. Mitten in der Nacht wache ich auf, weil ich im Traum das gleiche Motiv mit völlig anderen Augen gesehen habe. Mit geschlossenen Lidern scheine ich besser sehen zu können. Ich springe aus den Federn, hole Bleistift und Papier, um den flüchtigen Gedanken zu bannen. Kiki ruft besorgt im Hintergrund: "Bist Du okay?" Nach dem Frühstück kann ich es kaum erwarten, ohne Stau durch meinen großen Garten zum Studio zu hasten. Dann beginnt ein neuer Prozeß. Das Wichtige und Unwichtige wird gewertet. Die Farben verselbständigen sich, folgen oder betonen den Seelenzustand des Portraitierten oder der Landschaft. Die Perspektive verschiebt sich. Kleines wird plötzlich groß und Großes klein.

                                     





Dann weiss ich, dass ich es bald geschafft habe, um im Herbst nächsten Jahres in München bestehen zu können und irgendwann in ferner Zukunft für mein aufopferungs-volles Tun, für mein Lebenswerk, in einem Stadtpark zu stehen und von Rentnern, Kindern und Tauben besucht zu werden.













"Traum und Wirklichkeit"

Wer etwas mehr über Helme Heine wissen will, der kann sich neben dieser website auch umfangreich in einem neuen Buch mit dem Titel "Traum und Wirklichkeit" belesen: für eine Ausstellung, die ab August 2013 unter gleichem Titel im Kunstmuseum Moritzburg (Halle/Saale) stattfinden wird, hat Gisela von Radowitz, Geschichten, Anekdoten, Wahrheiten und Skuriles über Helme Heine zusammengetragen. Darüber hinaus findet man sehr viele Zeichnungen, Graphiken und Skulpturen, die das breite Spektrum von Helme Heine zeigen und erhält Hintergründe zur Entstehung, Motivation und Gedankenwelt von Helme Heine






"Traum und Wirklichkeit"
Helme Heine - Ein Porträt

Verlag: Beltz & Gelberg, Weinheim
ISBN 978-3-407-82023-5


Helmes Philosophie

Ich weiß, dass jeder Broterwerb mich unfrei macht, also habe ich den freiesten aller Berufe ergriffen, den des Lebens-Künstlers.

Ich weiß, dass meine Lebenszeit begrenzt ist, dafür bin ich dankbar, denn sie lässt mich bewusster leben.

Ich weiß, dass mich eine gefüllte Geldbörse glücklich macht, aber zwei davon machen mich nicht glücklicher.

Ich weiß, dass Goethe über unsere Erde gesagt hat, es sei eine Pflanzschule für eine Welt von Geistern. Ich glaube, er hat recht.

Ich weiß, dass die Bäume wunderbare, treue Freunde sind, also gebe ich ihnen ein Zuhause in meinem Garten.

Ich weiß, dass die Kunst zum Überleben des Menschen nicht notwendig ist, trotzdem könnte ich ohne sie nicht leben.

Ich weiß, dass der Sex uns gefangen nimmt, aber die Liebe uns befreit.

Ich weiß, dass alles Leben aus dem Sternenstaub entstand. Der Tod wird diesen Prozess nicht beenden.

Helme Heine

Helmes Lebenslauf

Helme Heine zählt zu den großen Bilderbuchkünstlern der Gegenwart. 1941 wurde er in Berlin geboren und studierte Betriebswirtschaft und Kunst. Anfang der 60er Jahre reiste er durch Europa und Asien. Aus einem geplanten Auslandsjahr in Südafrika wurden zwölf Jahre, in denen er als Regisseur, Bühnenbildner und Schauspieler arbeitete. Er gründete das politisch-literarische Kabarett Sauerkraut und wurde Mitherausgeber der gleichnamigen satirischen Zeitung.

Helme Heine vor seinem Studio in Neuseeland, 2011

1976 begann seine internationale Karriere mit dem ersten Bilderbuch „Elefanteneinmaleins“. Es folgte 1977 „Na warte, sagte Schwarte“. Im gleichen Jahr kehrte Heine nach Deutschland zurück und machte eine Bilderbuch-Karriere. Die Freunde Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar gehören bis heute zu seinen beliebtesten Figuren.

Seine zahlreichen Bücher wurden in 35 Sprachen veröffentlicht und mit vielen Preisen ausgezeichnet wie dem Premio Grafico, Schönste Deutsche Bücher (mehrfach) und dem Europäischen Jugendliteraturpreis. Außerdem erhielt Heine u.a. den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für sein Gesamtwerk, den Eulenpreis (Japan) und dreimal die Auszeichnung „Bestes Kinderbuch des Jahres“ der New York Times. Die Weltauflage seines Gesamtwerkes beträgt etwa 25 Millionen.

1990 packte ihn erneut die Wanderlust. Er ging nach Irland, dann nach Neuseeland, wo er auch heute noch mit seiner Frau, Gisela von Radowitz, lebt und arbeitet in einem Studio über dem Meer. Dort schreibt, malt und zeichnet er, schafft Skulpturen, entwirft Möbel und Bühnenbilder, Theaterkostüme und Porzellan. Er schreibt Romane, Hör- und Drehbücher für Funk, Film und Fernsehen und gestaltet einen Garten Eden am Meer. Mit Theater- und Musicalprojekten engagierte er sich bei der Weltausstellung in Japan. Für Peter Maffays Musicals Tabaluga erfand er die Figuren und Kostüme und entwickelte mit anderen die Geschichten dazu.

Heines Werke waren bereits in zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen.

In seiner Freizeit erobert er den Pazifik und angelt für den eigenen Kochtopf. Er hofft, alt genug zu werden, um alle seine Pläne und Projekte zu verwirklichen.


Auszeichnungen

remio Grafico
  • italienischer Kinderliteraturpreis
  • Schönste Deutsche Bücher
    Stiftung Buchkunst
  • Europäischer Jugendliteratur-Preis
  • Großer Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur
    für das Gesamtwerk
  • Eulenpreis
    (Japan)
  • New York Times: 3x Bestes Kinderbuch des Jahres
  • u.v.m.